1. Stell dich kurz vor…
Mein Name ist Kristin Joél, ich bin 43 Jahre alt und in München (Süddeutschland) geboren und aufgewachsen. Ich bin leidenschaftliche Strickdesignerin und habe in den letzten Jahren viele Entwürfe unter dem Namen Joél Joél – handmade 4 friends veröffentlicht. Außerdem entwerfe ich exklusive Designs für bekannte Zeitschriften, Verlage, Garnmarken und Geschäfte. Seit 2011 produzieren wir zudem einzigartige, handgefertigte Artikel in unserem Atelier in München. Hier ist auch unsere eigene Taschenkollektion „Joél Bags“ entstanden. Das lässt die Herzen aller Strickerinnen und Stricker höher schlagen – es gibt Entwürfe in allen Formen und Größen. Bei dieser Kollektion legen wir großen Wert auf exklusive Materialien und äußerst präzise Handwerkskunst. Eines der schönsten Projekte meiner Strickkarriere ist der Strickclub, den ich 2010 gegründet habe. Alle zwei bis drei Wochen treffen wir uns, um gemeinsam zu stricken. Das macht mir so viel Spaß! Darauf aufbauend entstand 2012 die Idee, einen Strickurlaub zu organisieren. Das machen wir nun etwa ein- bis zweimal im Jahr. Ab in die Berge und los geht’s mit dem Stricken! In den letzten Jahren habe ich auch einige Strickbücher geschrieben. Im Oktober 2015 erschien mein erstes Buch auf dem Markt: „Stricken: Einfach, achtsam, kreativ“. Ein Buch, in dem es nicht nur um das Ergebnis geht, sondern auch der Strickprozess unter die Lupe genommen wird. Entspannung muss im Vordergrund stehen. Mein anderes Buch ist erst seit Januar 2020 im Handel erhältlich. In „Flauschrausch“, einem Gemeinschaftsprojekt mit anderen Strickdesignerinnen, dreht sich alles um flauschige Designs. Und ich kann schon mal verraten, dass Anfang 2021 wieder etwas Schönes erscheinen wird. Zu guter Letzt kennen mich begeisterte Strickerinnen und Stricker vielleicht von meinem Blog „Montags-Muster“. Seit mehr als zwei Jahren stelle ich jeden Montag eine neue Strickanleitung vor, inklusive Anleitung und Informationen zum verwendeten Material. Als Bonus gibt es auf meinem Blog außerdem jeden ersten Montag im Monat ein Interview mit einer Strickerin, einer Designerin oder einer anderen Handarbeitskünstlerin. Mittlerweile findest du auf meinem Blog bereits rund 130 verschiedene Anleitungen.
_3188762595904.jpg)
2. Stricken oder Häkeln?
Das lässt sich schnell und einfach beantworten: auf jeden Fall Stricken.
3. Wie oft beschäftigst du dich mit Handarbeiten?
Jeden Tag. Für mich gehört Stricken zum Alltag. Es spielt keine Rolle, ob ich an einem langfristigen Projekt arbeite, heute etwas fertigstellen muss oder einfach nur zur Entspannung stricke. Stricken gibt mir immer Ruhe, so wie andere das bei Achtsamkeitsübungen erleben.
4. Wo strickst du am liebsten?
Ich habe keinen Lieblingsort zum Stricken. Es macht vor allem in guter Gesellschaft Spaß, deshalb sind mir die Stricktreffen so wichtig.
5. Kaffee oder Tee, Hörbuch oder Serie … in welcher Umgebung strickst du am liebsten?
Auf jeden Fall Kaffee! Ein Tag ohne Latte Macchiato oder Cappuccino ist kein richtiger Tag. Den Alltag hinter sich lassen und einfach mal genießen. Manchmal mit den Stricknadeln in der Hand – das ist der pure Luxus. Hörbuch oder Serie? Dann entscheide ich mich für eine Serie. Am liebsten eine richtig fesselnde mit unglaublich vielen Staffeln, die mir somit auch jede Menge Zeit zum Stricken lässt. Zum Glück habe ich noch jede Menge zu schauen, denn ich bin erst seit kurzem ein Serienjunkie. Und manchmal entscheide ich mich bewusst dafür, gar nichts um mich herum zu haben. Ein ruhiger Ort, jede Menge Zeit, die Stricknadeln und ich. In solchen Momenten werden die schönsten Ideen und Träume wahr. Ruhe und Zeit sind das wertvollste im Leben. Wenn man diese beiden Aspekte mit den eigenen Händen in ein Projekt umsetzt, ist das umso schöner.
_5688762568880.jpg)
6. Was darf bei deiner Strickstunde auf keinen Fall fehlen?
Das klingt bestimmt sehr altmodisch, aber ein Notizbuch darf wirklich nicht fehlen. Ich finde es schön, wenn ich meine Ideen und Gedanken skizzieren und Notizen zu Papier bringen kann. Zwischen dem Stricken hin und her kritzle ich dort auch alles Mögliche hinein. Wenn ein Projekt dann nach Wochen oder Monaten fertig ist, fühlt sich das Durchblättern oft wie ein Tagebuch an. Was Accessoires wie Maschenmarkierer angeht, improvisiere ich manchmal noch. Ich benutze alles, was gerade herumliegt und was ich in die Finger bekomme. Haha Was ich wirklich viele (sehr viele!) habe, sind Projektbeutel. Das liegt zum einen daran, dass ich immer mehrere Projekte gleichzeitig auf den Nadeln habe. Von jedem Projekt bewahre ich die Sachen in einer separaten Tasche auf, damit nichts verloren geht oder durcheinandergerät. Und für all die anderen Taschen, die ich besitze, mache ich meine eigene Taschensammlung verantwortlich. Ich finde sie so toll, dass ich am liebsten von jeder Serie eine behalten möchte.
7. Wie ist deine Leidenschaft fürs Stricken entstanden und was war dein erstes Projekt?
Als ich noch ein kleines Mädchen war, brachte mir meine Mutter das Stricken bei. Sie war oft mit Handarbeiten beschäftigt, und eigentlich wurde alles selbst gemacht. Natürlich wollte ich auch immer mitmachen und alles lernen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, was mein erstes Strickprojekt war. Was ich aber noch weiß, ist, dass ich am Ende einer Reihe meine Arbeit nie wenden konnte. Dafür habe ich immer meine Mutter um Hilfe gebeten. Gemütliche Teamarbeit! So entstand meine Leidenschaft für das Handarbeiten, und das Stricken war schon immer ein Teil meines Lebens. Natürlich gab es Zeiten, in denen andere Dinge im Vordergrund standen und die Stricknadeln etwas abnahmen. Aber sie sind nie wirklich zur Ruhe gekommen. Für mich ist es ein schönes Gefühl, dass Stricken und Handarbeiten mich schon mein ganzes Leben lang begleiten.
8. Welche Garne und Farben magst du derzeit am liebsten?
Um ehrlich zu sein, habe ich keine bestimmte Garnsorte, mit der ich am liebsten stricke. Es gibt heutzutage so viele tolle Garne! Und es kommen immer mehr dazu. Ich arbeite gerne mit möglichst vielen verschiedenen Garnen, weil sie alle auf ihre eigene Weise schön sind. Das klingt vielleicht ganz langweilig, aber das gilt auch für Farben. Wie jeder greife ich oft zu denselben Farben. Diese haben doch eine gewisse magische Anziehungskraft. Aber ich lasse mich auch immer öfter von ganz anderen Farben verführen. Manchmal hängt das von meiner Stimmung ab. Ist das Projekt fertig, bin ich überrascht, wie toll mir diese Farbe steht. Irgendwie kann ein Entwurf auch etwas Besonderes mit einer Farbe bewirken.
9. Entwirfst du lieber selbst oder arbeitest du lieber nach einer Anleitung?
Als Designerin mit Leib und Seele liebe ich es, selbst Konzepte und Designs zu entwerfen. Das mache ich daher am liebsten. Dennoch stricke ich auch gerne nach vorgegebenen Anleitungen.
10. Was hast du immer dabei, wenn du unterwegs bist?
Rate mal … mein Strickzeug. ??
_5688762568910.jpg)
11. Auf welches Projekt bist du am meisten stolz?
Ich bin stolz auf jedes Projekt. Sie alle erzählen eine persönliche Geschichte. Das ist auch mein Tipp und mein Wunsch für jede Strickerin und jeden Stricker. Seid stolz auf alle Projekte, die aus euren Händen entstanden sind. Das ist wahre Kunst.
12. Was sind deine Zukunftspläne im Bereich des Handwerks?
Ich freue mich auf noch viele weitere schöne Entwürfe, die zum Leben erweckt werden. Auf viele gemütliche Stunden mit unserem Strickkreis. Und auf viele wertvolle und kreative Begegnungen und Kooperationen.
13. Du hast etwas für den Wollplatz entworfen. Kannst du uns etwas mehr darüber erzählen?
Für den Wollplatz habe ich das Umschlagtuch „Sweet Seventies“ entworfen. Die Anleitungen sind einfach, aber durch die Wahl knalliger Farben ist dieses Umschlagtuch ein echter Blickfang. Das Design eignet sich sehr gut für Anfänger und lässt sich leicht stricken. Du kannst dich für das komplette Strickpaket entscheiden oder (wenn du die Farben lieber selbst zusammenstellen möchtest) für die separate Anleitung zum „Sweet Seventies“-Umschlagtuch. Viel Spaß beim Stricken!
_5688762568950.jpg)
Strickst du deine eigene Version des „Sweet Seventies“-Schals? Dann teile dein Ergebnis auf Facebook oder Instagram mit dem Hashtag #sweetseventiesomslagdoek.