Seide, ein geheimnisvolles Material mit fast mythischem Status. Dieser Stoff wird schon seit Tausenden von Jahren als luxuriöse Kleidung getragen. Dank ihres hohen Tragekomforts ist sie auf der ganzen Welt beliebt.
Dass ein so kleines Insekt ein so schönes Produkt herstellen kann, grenzt fast an ein Wunder. Die Seidenraupe wird schon seit Jahrhunderten für die Textilherstellung gezüchtet. Wir alle wissen, dass dieser besondere Faden aus dem Kokon der Seidenraupe hergestellt wird. Sobald der Kokon fertig ist, aber noch bevor sich der Schmetterling schlüpft, greift der Mensch ein, indem er die Raupe tötet. Der Kokon wird einer speziellen Behandlung unterzogen und der Faden abgewickelt. Mehrere dieser Fäden werden zu Garn aufgewickelt. Das Abwickeln ist eine sehr präzise Arbeit, da die Fäden leicht reißen können. Die Qualität des Garns wird von den Wetterbedingungen bestimmt. Heiße, feuchte Luft führt zu schlechter Qualität; trockene, weniger warme Luft garantiert ein gutes Produkt.
Seidenarten
Nicht alle Fäden des Kokons sind gleich. Spulenseide wird aus den langen Fäden aus der Mitte des Kokons hergestellt. Aus den kürzeren Fäden aus dem inneren und äußeren Teil des Kokons wird Chappe-Seide hergestellt. Bourette-Seide wird aus den Resten des Kokons hergestellt.
Eigenschaften
Chemisch gesehen ähnelt Seide stark der Wolle. Beide bestehen hauptsächlich aus Proteinen, doch im Gegensatz zur Wolle sind Seidenfäden glatt (sie weisen keine Kräuselung auf) und haben keine schuppige Struktur, wodurch sie schön glänzen. Der Seidenfaden ist die feinste aller Naturfasern. Sie verfügt über viele benutzerfreundliche Eigenschaften und wird neben Kleidung auch für Bettwäsche, als Füllwatte für Bettdecken und früher sogar für Fallschirme verwendet.
Seidenfäden sind sowohl reißfest als auch elastisch. Man kann einen Faden um ein Fünftel seiner ursprünglichen Länge dehnen, bevor er reißt. Das Besondere daran ist, dass Seidenstoffe kaum oder gar nicht statisch aufgeladen werden (was im Winter ideal ist). Seide, insbesondere Wildseide, kann viel Feuchtigkeit aufnehmen (bis zu 40 %), ohne dass sich der Stoff feucht anfühlt. Zudem verfügt es über isothermische Eigenschaften, wodurch es sich bei warmem Wetter kühl und bei kaltem Wetter angenehm warm anfühlt. Ideal sowohl für Winter- als auch für Sommerkleidung.
Stricken und Häkeln
Das Stricken oder Häkeln mit Seidengarnen ist purer Luxus. Das Garn wird oft mit anderen Materialien wie Mohair, Baumwolle oder Viskose gemischt. In Kombination mit Mohair erhält das Garn eine flauschige Struktur und ist besonders warm. Seidengarne, die mit Viskose oder Baumwolle gemischt werden, sind besonders weich und haben einen schönen Glanz. Lana Grossa Linea Pura Soloseta besteht zu 100 % aus Bourette-Seide und hat eine matte, natürliche Optik.
Unsere Kollektion an Garnen zum Stricken und Häkeln aus Seide findest du hier: