Das Granny Square ist schon seit einiger Zeit wieder da – obwohl es eigentlich nie wirklich weg war. Das fröhliche Quadrat gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert als Ergebnis des Häkelns mit Garnresten, aber erst Ende der 60er Jahre wurde es richtig angesagt. Dieser Trend hielt bis in die 70er Jahre an, doch danach nahm die Begeisterung doch etwas ab. Bis heute. Seit 2020 erlebt das Granny Square ein Comeback und taucht daher immer häufiger in beliebten Fernsehsendungen auf.
Das Familiengefühl: die Granny Square-Decke
Auch als „afghanische Decke“ bekannt, ist sie häufig im Hintergrund von Serien und insbesondere Sitcoms zu sehen. Die erste und bekannteste Version war in der amerikanischen Serie „Roseanne“ zu sehen (in den Niederlanden beim Sender NCRV und später bei SBS6). Das ist nicht verwunderlich, da die erste Folge bereits 1978 ausgestrahlt wurde, als das „Granny Square“-Muster noch im Trend lag. Die Decke wurde so berühmt, dass die Macher sie am Sofa festbinden mussten, weil sie sonst gestohlen worden wäre. Die Decke symbolisiert das Gefühl von Geborgenheit. Als die Familie nach einem Lottogewinn umzieht, verändert sich ihre gesamte Einrichtung zu einer modernen Variante ohne die Decke. Die Tochter gibt jedoch zu verstehen, dass sie ihr „Zuhause“ vermisst. Die Folge: Die Decke wird wieder auf das Sofa gelegt, und die Folge trägt sogar den Titel „Home is where the Afghan is“.
Die Granny-Square-Decke ist damit zu einem Symbol für „Familie und Gemütlichkeit“ geworden. Wenn man heutzutage eine Afghan-Decke auf dem Sofa liegen sieht, geht man automatisch davon aus, dass es sich um ein Familienerbstück handelt. So ist sie auch in der Serie „Friends“ zu sehen, wo man die Decke sogar absichtlich etwas mitgenommen aussehen ließ, damit sie älter und abgenutzter wirkt. Das Gleiche gilt für die Serie „Jane the Virgin“ (früher auf NET5, jetzt auf Netflix). Die Decke liegt dort im Haus der lateinamerikanischen Familie Villanueva; einer engen und herzlichen Familie, bestehend aus Großmutter, Mutter und Tochter (Jane). Die Decke wurde dort wahrscheinlich einst von der Großmutter angefertigt und befindet sich nun schon seit Generationen im Familienbesitz. Die warme, farbenfrohe Decke bildet einen starken Kontrast zu dem großen, modernen Hotel, das in der Serie eine wichtige Rolle spielt.
Die Decken dienen nicht nur dazu, ein bestimmtes Familiengefühl zu vermitteln. Oft sagt sie auch etwas über ihren Besitzer aus. In „The Big Bang Theory“ (ausgestrahlt von Veronica und auf HBO Max zu sehen) liegt auf Amys Sofa eine „Granny-Decke“, die fast identisch mit der von Roseanne ist. Diese farbenfrohe, kreative Decke unterstreicht Amys Charakter: eigenwillig, ein bisschen nerdig und praktisch veranlagt.
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Das Granny Square heute: für die angesagte TV-Figur
Auch wenn die oben genannten Eigenschaften etwas altmodisch wirken mögen, hat sich doch ein enormer Wandel vollzogen. Während die Serien noch vor zehn Jahren Wärme und Familiengefühl vermitteln wollten, richtet sich das „Granny Square“-Motiv in den heutigen Serien gerade an die modernen Charaktere der „Gen Z“.
Vor allem Kleidungsstücke mit Granny Squares sind derzeit im Trend. So sind sie in den Serien „Pretty Little Liars“ und „Original Sin“ (HBO Max) zu sehen, aber auch in der neuen Erfolgsserie „Beef“ auf Netflix. Das beste Beispiel ist wahrscheinlich Portia aus der HBO-Max-Serie „White Lotus“. Sie trägt mehrere gehäkelte oder gestrickte Kleidungsstücke durcheinander, sodass es fast wie ein Sammelsurium wirkt. Genau das ist laut der Stylistin der Serie auch beabsichtigt. Portia ist das Spiegelbild der Generation Z, die Stunden auf TikTok verbringen kann. Jung und chaotisch. Viele dieser Kleidungsstücke sind bekannt geworden und mittlerweile in den Geschäften nicht mehr erhältlich. Aber warum in den Laden gehen, wenn man auch selbst häkeln kann? Wie wäre es mit diesem Granny-Square-Top oder dieser leichten und dezenten Variante? Oder schnapp dir diese Chloé-Jacke aus originellen Granny Squares.